IVF HARTMANN AG

31.08.2007

Halbjahresabschluss 2007: Weiterhin solides Ergebniswachstum der IVF HARTMANN GRUPPE

Trotz eines schwierigen, von Unsicherheiten hinsichtlich der zukünftigen Entwicklung geprägten Marktumfelds und interner Restrukturierungen gelang es der IVF HARTMANN GRUPPE (IVF HARTMANN Holding AG, IVF HARTMANN AG, Kistler AG, Vlesia AG, IVF Technology AG, IVF Novatech AG) im ersten Halbjahr 2007, das Betriebsergebnis (EBIT) im Vergleich zum Halbjahresergebnis 2006 um 9.0 % zu steigern.

Unter anderem aufgrund des Ertrags aus dem Verkauf einer Liegenschaft stieg der Konzerngewinn im Vergleich zum Vorjahr um 91.4 %. Umsatzseitig schloss die IVF HARTMANN GRUPPE das erste Halbjahr 2007 mit einem Rückgang von 5.3 % gegenüber 2006 ab. Diverse Sonderfaktoren wie z.B. Desinvestitionen führten dazu. Das Kerngeschäft zeigte eine unverändert positive Entwicklung auf.

Tendenzen am Markt

Steigende Bedeutung des «Home Care»-Marktes und anhaltende Professionalisierung bei den Spitälern sowie Alters- und Pflegeheimen
Aufgrund des breiten Leistungsangebots der IVF HARTMANN GRUPPE, welches vom «Erste Hilfe»-Sortiment für die Apotheke bis hin zum Verbrauchsmaterial für das Spital reicht, agieren die Kunden in den verschiedensten Märkten. Hieraus entsteht eine Vielzahl von Chancen, welche es der IVF HARTMANN GRUPPE ermöglichen, sich von ihren Mitbewerbern erfolgreich und nachhaltig abzugrenzen.

Bei den Spitälern zeichnet sich ein starker Trend zu Gruppierungen und Einkaufsgemeinschaften ab. Die von den Einkaufsgemeinschaften angestrebte Sortimentsstraffung und -harmonisierung führt zu einem intensiven Verdrängungswettbewerb. Zahlreiche Alters- und Pflegeheime verstärken ihre Bemühungen, mittels Prozessoptimierungen die Kosten weiter zu senken. Dadurch vergrössert sich die Nachfrage nach Logistikdienstleistungen (z.B. Stationsbelieferung), welche unter anderem den Alters- und Pflegeheimen bei ihren Bemühungen zur Effizienzsteigerung behilflich sind. Es ist anzunehmen, dass der «Home Care»-Markt als Ganzes zukünftig stark an Bedeutung gewinnen wird, sind doch gerade ältere Leute immer weniger gewillt, ihren Ruhestand im Altersheim zu verbringen, sondern möchten zunehmend in ihren eigenen vier Wänden betreut werden. Auf den internationalen Märkten herrscht weiterhin ein grosser Preisdruck. Auch der Trend zur Konsolidierung der Märkte setzt sich fort.

Performance am Markt

Durchwegs positive Entwicklung der IVF HARTMANN AG
Die IVF HARTMANN GRUPPE schloss das erste Halbjahr 2007 mit Umsatzerlösen in Höhe von CHF 50.4 Mio. ab, was einen Rückgang gegenüber dem vergleichbaren Vorjahreszeitraum von 5.3 % bedeutet. Diese Entwicklung erklärt sich zum einen mit dem Verkauf der Vlesia GmbH an die HARTMANN Beteiligungen GmbH, Deutschland (Teil der HARTMANN GRUPPE) per 1. April 2007. Zum anderen hatte der am 23. Mai 2007 publizierte Entscheid, die IVF Technology AG aufgrund von unbefriedigenden Ergebnissen ab dem 1. Januar 2008 nur noch als Servicegesellschaft fortzuführen, einen erwarteten Umsatzrückgang zur Folge. Des Weiteren ging in diesem Jahr das Bestellvolumen eines Grosskunden, welcher in 2006 sein Lager aufgestockt hatte, erwartungsgemäss wesentlich zurück. Bereinigt man die Umsatzzahlen um diese Faktoren, so wächst das eigentliche Kerngeschäft der IVF HARTMANN GRUPPE, die IVF HARTMANN AG, um erfreuliche 3.2 %.

Besonders positiv entwickelte sich das Geschäft mit dem Lebensmitteleinzelhandel (LEH) sowie der Direktexport, dies obwohl beide Märkte einem besonders harten Kostendruck ausgesetzt sind. Auch im Geschäft mit den Institutionen (Spitäler, Alters- und Pflegeheime) wurde trotz Preiserosion ein Umsatzplus gegenüber dem vergleichbaren Vorjahreszeitraum erwirtschaftet. Einzig in den Apotheken und Drogerien musste ein leichter Umsatzrückgang hingenommen werden.

Ergebniskommentierung

Wie zuvor erwähnt konnte die positive Umsatzentwicklung im Kerngeschäft die Umsatzausfälle in Zusammenhang mit dem Verkauf des Vlesia-Geschäftes und der Umstrukturierung der IVF Technology AG in eine Servicegesellschaft nicht vollständig kompensieren. Das Betriebsergebnis (EBIT) konnte jedoch gegenüber dem vergleichbaren Vorjahreszeitraum gesteigert werden. Die teilweise bereits im Vorjahr eingeleiteten Massnahmen zur Margenerhöhung bestimmter Produktgruppen sowie zur kontinuierlichen Verbesserung der Prozesse innerhalb der Unternehmensorganisation zeigen eine positive Wirkung auf das Ergebnis.

Darunter fällt auch die ebenfalls in der Medienmitteilung vom 23. Mai 2007 verkündete Schliessung der Bleicherei der IVF HARTMANN AG und die damit einhergehende Umstellung auf externe Lieferanten von gebleichten Rohmaterialien, was mittelfristig zu einer Senkung des Materialaufwandes führen wird. Die durch diesen Entscheid notwendig gewordene Wertberichtigung («Impairment») der Produktionsanlage in der Höhe von ungefähr CHF 1.3 Mio. ist in den Abschreibungen berücksichtigt.

Auf Stufe Konzerngewinn konnte anfangs 2007 eine nur teilweise betriebliche Liegenschaft gewinnbringend veräussert werden, was zusätzlich die äusserst positive Entwicklung des Konzerngewinns gegenüber Vorjahr erklärt. Da sich die Transaktion von der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit der IVF HARTMANN GRUPPE unterscheidet, wird der Erlös im Übrigen Ergebnis als betriebsfremd ausgewiesen.

Die Zahlen des Vorjahres 2006 mussten einer Korrektur in Höhe der von der Generalversammlung 2007 beschlossenen Zuweisung an die Wohlfahrtsstiftung IVF HARTMANN AG (TCHF 800) unterzogen werden. Eine nähere Erläuterung über die Hintergründe des Restatements findet sich nachfolgend unter «Grundsätze der Konzernrechnungslegung».

Kennzahlen IVF HARTMANN GRUPPE per 30.06.2007*

Die Umsatzerlöse per 30. Juni 2007 sind um 5.3 % von TCHF 53'279 per 30. Juni 2006 auf TCHF 50?446 per 30. Juni 2007 gesunken. Gleichzeitig ist das Betriebsergebnis vor Abschreibungen (EBITDA) von TCHF 4?174 auf TCHF 5?588 angestiegen. Dies entspricht einer Steigerung von 33.9 % gegenüber dem Vorjahreszeitraum. Das Betriebsergebnis (EBIT) entwickelte sich ebenfalls positiv und lag per 30. Juni 2007 bei TCHF 2'794, was eine Steigerung um 9 % gegenüber dem Vorjahr bedeutet. Der Konzerngewinn betrug per 30.Juni 2007 TCHF 1?849 ? eine Steigerung von 91.4 %.

Zeitgleich reduzierte sich die Bilanzsumme um 10 % auf TCHF 62?509. Das Eigenkapital erhöhte sich auf TCHF 40?874 (+ 7.7 %). Die Reduktion der Bilanzsumme hängt im Wesentlichen mit dem Verkauf der Liegenschaft sowie einer dank der positiven Cash-flow-Entwicklung möglich gewordenen Senkung der Finanzverbindlichkeiten zusammen. Somit ändert sich das Verhältnis des Eigenkapitals in Prozenten der Bilanzsumme von 54.7 % zum Stichtag 30. Juni 2006 auf 65.4 % am 30. Juni 2007.

Im Zeitraum vom 1. Juli 2006 bis zum 30. Juni 2007 sank der Personalbestand um 31 Personen. Die Reduktion des Personalbestandes war eine Folge der schwierigen Marktentwicklung sowie des anhaltenden Preis- und Kostendruckes.

* Angaben aus 2006 restated. Vergleiche Erläuterungen unter «Grundsätze der Konzernrechnungslegung»

Ausblick

Dank der erfreulichen Entwicklung des Kerngeschäftes kann die IVF HARTMANN GRUPPE optimistisch auf die zweite Jahreshälfte blicken. Die zur Bewältigung der Herausforderungen eingeleiteten Massnahmen werden weiter umgesetzt, so dass wir davon ausgehen, dass trotz der beschriebenen Restrukturierungen das Konzernergebnis des Vorjahres leicht übertroffen werden kann.

Die IVF HARTMANN GRUPPE hat bereits heute Massnahmen eingeleitet, welche dafür sorgen, dass sie auch in Zukunft erfolgreich am Markt agiert. «Kurzfristig weit blicken» - bereits heute die Weichen für morgen zu stellen, ohne dabei den Bezug zur Gegenwart zu verlieren, gilt in einer Branche, deren Entwicklung dynamisch voranschreitet, als zentraler Erfolgsfaktor. Wir sind überzeugt, dass sich die IVF HARTMANN GRUPPE dank der initiierten Massnahmen zukünftig noch kundenorientierter präsentieren wird, indem sie auf die individuellen Kundenwünsche eingeht und mittels innovativer Produkte und intelligenter Services einen aktiven Beitrag zur Lösung der Probleme ihrer Kunden leisten kann.

Termine und Daten 2008

Publikation des Jahresabschlusses 2007,
Versand der Einladungen für die Generalversammlung an die Aktionäre: 25. März 2008
Medienorientierung über das Geschäftsjahr 2007: 25. März 2008
Generalversammlung 2008: 22. April 2008 in der Rhyfallhalle, Neuhausen/Rheinfall

Grundsätze der Konzernrechnungslegung

Der ungeprüfte Zwischenbericht steht im Einklang mit Swiss GAAP FER 12. Die angewandten Rechnungslegungs- und Bewertungsgrundsätze entsprechen den im Geschäftsbericht 2006 aufgeführten Grundsätzen der Konzernrechnungslegung bis auf die nachfolgend erläuterte Ausnahme.

Stetigkeit / Fehler in früheren Jahresrechnungen (Restatement)
Mit Einführung des Rahmenkonzeptes von Swiss GAAP FER per 1. Januar 2006 sind dem Konzernergebnis Aufwendungen zu belasten, welche die Aktionäre nicht als Ausschüttung erhalten.

Im Rahmen der statutarischen Gewinnverwendungen der IVF HARTMANN Holding AG wurden durch Beschlüsse der Generalversammlungen aus den Bilanzgewinnen bis anhin jeweils zwischen CHF 600?000 und CHF 800?000 der Wohlfahrtsstiftung IVF HARTMANN AG zugewiesen. Diese Zuweisungen wurden in der Konzernrechnung bis anhin in Übereinstimmung mit den aktienrechtlichen Bestimmungen und den Bestimmungen von Swiss GAAP FER erfolgsneutral den Gewinnreserven belastet.

Diese Praxis ist mit dem Rahmenkonzept von Swiss GAAP FER ab 1. Januar 2006 nicht mehr vereinbar und deshalb zu korrigieren. Dieser Sachverhalt wurde mit der SWX ausgiebig erörtert. Die Zuweisung des Jahres 2006 ist deshalb rückwirkend als Aufwand in der Konzernrechnung zu erfassen (Restatement). Da es sich bei dieser Zuweisung um ein Ereignis handelt, welches sich klar von der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit unterscheidet, ist dieser Aufwand nach dem ordentlichen Ergebnis als betriebsfremd dargestellt.

Änderung im Konsolidierungskreis
Zum 1. April 2007 wurde die Vlesia GmbH, Heidenheim / Deutschland, an die HARTMANN Beteiligungen GmbH, Deutschland veräussert. Ab diesem Zeitpunkt wird diese Gesellschaft nicht mehr dem Konsolidierungskreis zugerechnet.

Disclaimer

Aussagen im vorliegenden Bericht, welche in die Zukunft gerichtet sind und nicht auf historischen Tatsachen basieren, gewähren keinerlei Garantie hinsichtlich künftiger Leistungen. Es handelt sich um Einschätzungen der Zukunft seitens des Verwaltungsrates und der Geschäftsleitung. Sie enthalten Risiken und Unsicherheiten unter anderem im Hinblick auf die globale und inländische Wirtschaftsentwicklung, Entwicklung von Devisenkursen, gesetzlichen Vorschriften, Marktentwicklungen, Mitbewerberaktionen, etc. Diese sämtlichen Faktoren liegen ausserhalb des Einflusshorizonts der IVF HARTMANN GRUPPE.