Hygiene in Alters- und Pflegeheimen

Nicht nur im Spitalbereich, auch in Alters- und Pflegeheimen droht die Gefahr einer nosokomialen Infektion für Bewohner. Damit wird die Infektionsprävention in der Pflege zu einer Herausforderung, die nur durch gemeinsame Anstrengungen und effiziente Hygienemassnahmen gelöst werden kann. 

Die vielerorts wohnliche Atmosphäre in Alters- und Pflegeheimen lässt gerne vergessen, dass auch hier mit unzähligen „unsichtbaren Feinden“ zu rechnen ist.  Pathogene Mikroorganismen wie Bakterien und Viren aber haben gerade in Alters- und Pflegeheimen leichtes Spiel. Denn hier treffen viele pflegebedürftige Menschen aufeinander, deren Abwehrkräfte durch Altersvorgänge und Erkrankungen oft stark geschwächt sind. Kranke Menschen werden aber auch selbst leicht zu Keimüberträgern.  Hinzu kommt das Keimpotenzial von Mitarbeitern und Besuchern – der Mensch gilt als die wichtigste Infektionsquelle – und das Zusammenleben vieler Menschen auf begrenztem Raum. 

Durch Massnahmen der Hygiene sollen nosokomiale Infektionen verhindert werden. Da Alters- und Pflegeheime aber nicht nur Orte von Pflege und Versorgung sind, sondern für die Bewohner auch ein Zuhause darstellen, lassen sich die Hygienemassnahmen aus dem Spitalbereich nicht so ohne weiteres auf den Alters- und Pflegeheimbereich übertragen. Vielmehr bedarf es einer subtilen Anpassung allgemein gültiger und evaluierter Hygienerichtlinien, um den besonderen Gegebenheiten im Alters- und Pflegeheimbereich gerecht werden zu können. 

Hygienebewusstsein stärken

In der Schweiz existieren für den Bereich Alters- und Pflegeheime zurzeit noch keine aktuellen Daten zur Infektionsproblematik. Aufgrund von Erhebungen in der EU gehen Experten jedoch von einem erheblichen Problemdruck auch in Pflegeeinrichtungen aus. Um bereits bestehende Massnahmen in den Heimen und Spitälern zu unterstützen, hat der Bundesrat deshalb die Reduktion der healthcare-assoziierten Infektion (HAI) zu einer prioritären Massnahme erklärt. Dazu wurde im März 2016 die Strategie Noso verabschiedet. „Noso“ steht für nosokomiale Infektionen und hat die „Überwachung, Verhütung und Bekämpfung von healthcare-assoziierten Infektionen“ zum Ziel. 

Umsetzungsphase läuft

Seit gut zwei Jahren arbeitet das Bundesamt für Gesundheit gemeinsam mit den Kantonen und den Umsetzungspartnern, zu denen auch Curaviva Schweiz gehört, an der Umsetzung der Strategien des 80-seitigen Grundlagenpapiers. In der Umsetzungsphase geht es zunächst darum, Daten zu erheben, minimale Anforderungen an Gesundheitseinrichtungen zu definieren sowie Leitungspersonen und das Personal für die Hygieneproblematik zu sensibilisieren. Allerdings scheint die Noso-Strategie noch kaum bekannt zu sein. Zudem zwingt der hohe finanzielle Druck die Heime dazu, Prioritäten zu setzen, erläutert Sylvia Liechti, Fachberaterin Hygiene bei der IVF HARTMANN AG. Damit steht der Pflegealltag mit all den täglich auftretenden Problemen und Herausforderungen im Vordergrund. 

 

Beratung und Unterstützung anfordern 

Der Schlüssel zu einer wirksamen Infektionsprävention liegt in der konsequenten Einhaltung von Hygienemassnahmen, die im Idealfall den personellen und organisatorischen Strukturen sowie dem Risikoprofil der jeweiligen Einrichtung angepasst sind. Bei der Erarbeitung eines solchen „massgeschneiderten“ Hygieneplans ist viel Fachwissen erforderlich, das professionell durch externe Hygienefachberater zum Beispiel im Rahmen von Beratungen, Schulungen und Weiterbildungen eingebracht werden kann. Externe Beratung ist mit Kosten verbunden. Diese werden jedoch immer geringer sein als die Folgekosten von Infektionskrankheiten oder Ausbrüchen. Insbesondere kann durch ein gutes Hygienemanagement den Bewohnern unter Umständen viel Leid erspart werden. Das Bewusstsein, alles getan zu haben, um Bewohner vor Infektionen zu schützen, kann beim Pflegepersonal aber auch zu mehr Berufszufriedenheit beitragen. 

Die IVF HARTMANN AG hilft bei guten Hygienelösungen

Hygienenetzwerke

Mit der Gründung von Hygienenetzwerken wollen wir das Hygienebewusstsein im Langzeitpflegebereich fördern. Wichtig ist aber auch der Erfahrungsaustausch mit konkreten Erkenntnissen für den praktischen Alltag. Werden Sie Mitglied in unserem Hygienenetzwerk!  
 

Beratung und Schulungen

Unsere ausgebildeten Hygienefachberater beraten und schulen Ihre Mitarbeiter direkt bei Ihnen in der Institution. Dies intensiviert die Schulung, weil das Erlernte gleich „vor Ort“ umgesetzt werden kann. Zudem entstehen für Sie keine Kosten durch Wege- und Fahrzeiten.
 

Observe Care Monitoring Tool

Die korrekte Händedesinfektion schützt Bewohner und Pflegepersonal vor nosokomialen Infektionen. Aber wird die Händedesinfektion auch korrekt und nach den 5 Momenten durchgeführt? Den Hygienestand in Ihrer Einrichtung können Sie mit dem ObserveCare Monitoring Tool von HARTMANN nun jederzeit – mit ein paar Klicks – analysieren. 

Erarbeitung eines Hygienekonzepts

Wie wirksam die Präventivmassnahmen sind, hängt von einem „massgeschneiderten Hygienekonzept“ ab. Aber auch davon, wie sie von den Mitarbeitenden akzeptiert und in den Pflegealltag integriert werden können. Grundlage für die Erarbeitung ist unser Musterkonzept. Audits helfen Ihnen bei der Implementierung in der Einrichtung. 

Regionale Weiterbildung

In den regionalen Weiterbildungen sollen Kenntnisse im Bereich Hygiene vertieft werden. Dazu gehört, dass hygienische Massnahmen begründet und in der Praxis um- und durchgesetzt, aber auch hygienische Mängel erkannt werden können. Das Wissen soll dazu führen, erhöhte Verantwortung im Bereich Hygiene zu übernehmen. 

Ihre kompetente Ansprechpartnerin

Sylvia Liechti steht Ihnen als erfahrene Hygienefachberaterin bei Fragen gerne zur Verfügung. 

Telefon: +41 79 770 88 76