Die Boxencrew des OP-Saals

Genau wie Formel 1 sind Chirurgie und Risikoprävention ein Teamsport.

Die drei Pfeiler des Erfolgs

Was für den Rennfahrer der „Boxenstopp“ ist, ist für das OP-Team der Wechsel im OP-Saal. Diese Schlüsselmomente werden im Detail strukturiert, getaktet und so durchexerziert, dass ein Erfolg garantiert ist.

Die US-amerikanische Regulierungsbehörden im Motorsport sind davon überzeugt, dass die Leistung einer Boxencrew darüber entscheidet, ob ein Fahrer das Rennen macht. Vom Wagenheben bis zum Reifenwechsel, es ist immer das Zusammenspiel aus Schnelligkeit, handwerklichen Fähigkeiten und Präzision der Mechaniker, was den Erfolg sichert.

Gleiches gilt in der Chirurgie und Risikoprävention. Für einen Chirurgen kommt es ebenfalls auf ein talentiertes Team, das richtige Werkzeug und gutes Timing an, um eine Operation sicher und erfolgreich durchzuführen.

Massgeschneidert für die schwierigsten Anforderungen

Studien haben ergeben, dass die Kaiserschnittrate in Europa bei über 25 Prozent liegt. Diese Zahl liegt knapp über der von der WHO empfohlenen Rate von 10 bis 15 Prozent.

Es ist zwar ein Routine-Eingriff, kann aber jedoch zu einer Stresssituation für Mutter, Kind und Chirurg werden.
„Während eines Notkaiserschnitts befinden sich Mutter und Kind in unmittelbarer Gefahr“, erklärt Cathrin Dettling, HARTMANN CombiSet Brand Manager. „Das kann auch für den Chirurgen und das OP-Team sehr belastend werden. Für sie haben Patientin und Kind oberste Priorität. Doch die vorgeschriebenen Prozesse, wie z. B. die Vorbereitung der notwendigen Instrumente, erhöhen den Druck noch zusätzlich.“

Laut Cathrin Dettling wird die Situation durch die verschiedenen Auflagen der einzelnen Gesundheitssysteme noch weiter erschwert.
„Ich habe mit Chirurgen gesprochen, die aufgrund fehlender Ressourcen oder neuer Kollegen, die noch nicht zu 100% mit den Standardverfahren vertraut sind, nicht die nötige Unterstützung während einer OP haben“, sagt Cathrin Dettling. „In manchen Fällen besteht auch eine sprachliche Barriere zwischen den Mitarbeitern.
Begrenzte Budgets, gesetzliche Vorschriften und mangelnde Ressourcen sind der Grund, warum nur wenig Zeit für das Wichtigste bleibt: den Patienten. Der OP-Saal steht stellvertretend für die Situation im gesamten System. Die wichtigste Aufgabe des OP-Teams bleibt jedoch die Genesung des Patienten.“
Mit fortschreitender Narkosedauer steigt auch die Nervosität und der Zeitdruck – der wichtigste Faktor im OP-Saal vor, während und nach einem Eingriff.

Die medizinischen Experten von HARTMANN haben festgestellt, dass für einen Kaiserschnitt über 80 Einwegkomponenten erforderlich sind, wenn kein zugehöriges spezielles OP-Set vorhanden ist und die Instrumente einzeln aus den Aufbewahrungsfächern entnommen werden müssen. Das verursacht in einem OP-Saal einen zusätzlichen Zeitaufwand von durchschnittlich 23 Minuten. Kostbare Zeit, die für den nächsten Eingriff hätte genutzt werden können. Zeit, die erfasst und als gewichtetes Kriterium bei der Bewertung als „erfolgreiche“ Operation einfliesst. Diese Zeit ist jedoch vor allem in Notfallsituationen entscheidend, wenn es um das Leben von Mutter und Kind geht.

„Chirurgen stehen ohnehin unter enormem Leistungsdruck“, sagt Claudia Esswein, Marketingleiterin bei CombiSet. „Sie möchten keine Zeit verlieren, um sich über handelsübliche Produkte zu unterhalten. Sie brauchen optimierte Lösungen“.

Team 23: Von Fachleuten. Für Fachleute.

 Eins Komma neun zwei Sekunden (1,92). So kurz war der schnellste Boxenstopp in der Formel 1 in 2016. Das gelang dem Team Williams, dem wiederholten Gewinner für den schnellsten Boxenstopp beim Grand Prix in Baku.

„Wir messen, wie lange der Reifenwechsler braucht, die Reifen abzuschrauben, wie lange es dauert, bis die alten Reifen ab sind und die neuen Reifen wieder drauf sind, und schliesslich wie viel Zeit der Reifenwechsler wieder benötigt, um diese festzuschrauben. Dabei wird auch die Zeit erfasst, die der Mechaniker zum Herablassen des Wagenhebers braucht. Es wird wirklich jeder Handgriff gemessen. Ganz so wie der Fahrer sein Fahrzeug genau im Auge behält, wird auch im Boxenstopp jedes wichtige Detail dokumentiert.“

Das waren die Worte des Managers von Williams in einem Interview im Jahr 2016.
„Ganz so wie im Fall einer erfolgreichen Boxencrew besteht auch unsere Aufgabe darin, jeden Moment und jeden Handgriff zu kennen“, sagt Claudia Esswein. „Bei unserem Beratungsservice arbeiten wir eng mit den Chirurgen zusammen und tauschen uns auf Augenhöhe aus: Wir sind bei chirurgischen Eingriffen dabei, um die Probleme und die Vorbereitungsschritte zu verstehen und die erforderlichen Komponenten für die prä- und postoperative Phase zu kennen. Wir konzipieren ein genau abgestimmtes OP-Set, das Chirurgen einen nahtlosen Ablauf während einer OP ermöglicht.“

Seit der Entwicklung der massgeschneiderten HARTMANN OP-Sets im Jahr 1997, hat der HARTMANN Geschäftsbereich Risk Prevention tausenden Chirurgen in ganz Europa helfen können, jährlich über sechs Millionen Operationen sicher durchzuführen. Heute können Chirurgen in Europa aus mehr als 3500 Komponenten wählen, die in der Reihenfolge gepackt sind, in der sie beim jeweiligen Eingriff zum Einsatz kommen.

Im Rahmen internen Studie konnte HARTMANN feststellen, dass das medizinische Fachpersonal mithilfe von CombiSet in der Lage ist, bei einem chirurgischen Eingriff im Durchschnitt 23 Minuten an Zeit einzusparen. 

Für HARTMANN steht jedoch die Zahl 23 noch für Einiges mehr.

„Diese dreiundzwanzig Minuten bedeuten nicht nur blosse Zeiteinsparung oder schlichte Produktivitätssteigerung“, so Claudia Esswein. „Wir sehen darin 23 Minuten mehr, die Chirurgen nutzen können, um nach ihrem Patienten zu sehen oder sich selbst etwas Ruhe vom OP-Alltag zu gönnen.“

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