Geteiltes Wissen. Mit HARTMANN.

Die Wundauflage, die überall und ohne Einschränkungen für alle Wundsituationen eingesetzt werden kann, gibt es leider noch nicht. Anhand eines Fallbeispiels zeigen wir den Weg für ein phasengerechtes Wundmanagement.

Die Wundauflage, die überall und ohne Einschränkungen für alle Wundsituationen eingesetzt werden kann, gibt es leider noch nicht. Anhand eines Fallbeispiels zeigen wir den Weg für ein phasengerechtes Wundmanagement.

Phasengerechtes Wundmanagement bedeutet auch phasengerechte Wundauflagen

Ein Beispiel aus der Praxis

Wir Wundversorger sind immer noch auf der Suche nach einem Wundverband, der überall und ohne Einschränkung für alle Wundsituationen und -phasen eingesetzt werden kann. Uns, den Autoren, ist dieser Verband noch nicht bekannt. Deshalb müssen wir immer noch die Wundphasen beobachten und auf Infektionsgefahr, Wundbelag, Exsudatmenge etc. reagieren. Eine pauschale Antwort wie: die ersten 10 Tage machen wir diesen Verband, danach dann einen anderen für die nächsten 4 Wochen und dann wechseln wir noch auf eine weitere Variante, wird einer Wunde in den seltensten Fällen gerecht. Anschauen, beobachten und bereit sein, auch kurzfristige Änderungen vorzunehmen, zeichnen einen guten Wundversorger aus. In dem folgenden Fall sind wir diesen Weg gegangen und möchten ihn vorstellen.

Diagnose:

Zustand nach traumatischer Verletzung am linken Unterschenkel.

Anamnese:

Die rüstige 70-jährige Patientin hatte sich ein Anpralltrauma am linken Unterschenkel am Ast eines Baumes zugezogen. Zunächst desinfizierte sie die oberflächliche Hautläsion und gegen den Schmerz kühlte sie den Wundbereich. Als sich die Haut dunkel verfärbte und eine Schwellung sichtbar wurde, suchte sie nach 3 Tagen ihren Hausarzt auf, der ihr PVP-Iod und Pflaster verordnete. Die trockene Hautläsion verfärbte sich zusehends schwarz und hatte zu Behandlungsbeginn in der Wundsprechstunde, eine Grösse von 55 mm im Durchmesser. Unter der Iod-Therapie dehydrierte die Nekrose und begann sich am Rand abzulösen. Die Patientin setzte die Iod-Therapie ab, weil es ständig zur Verschmutzung der Kleidung durch austretendes iodhaltiges Exsudat unter dem Pflasterverband kam.

Aufnahmebefund:

14 Tage nach dem Unfallereignis stellte sie sich durch Eigeninitiative in unserer Wundsprechstunde vor. Wir fanden eine Rötung und Schwellung der Wundumgebung, eine festsitzende, teils helle Haut-nekrose die auf Druck dezent fluktuierte.

Wir entschieden zur Planung eines chirurgischen Debridements, dass zunächst eine autolytische Therapie mit einem antiseptisch wirkenden Gel, einem Alginat und einer abdeckenden Folie erfolgen sollte. Hierbei wurde auch auf den Wunsch der Patientin Rücksicht genommen, die zunächst noch einen privaten Termin wahrnehmen wollte. In Anbetracht der kritisch kolonisierten Wundverhältnisse erfolgte ein täglicher Verbandwechsel. Parallel wurde eine orale Antibiose, die bereits der Hausarzt verordnet hatte, fortgeführt. Die Patientin wurde angehalten nur das Notwendigste zu laufen, weiter zu kühlen und das Bein mehrmals täglich hoch zu legen.

Verlauf der Wundbehandlung

Nach 6 Tagen waren die Infektionszeichen rückläufig und die Hautnekrose war weich / vollständig hydriert. Unter EMLA-Anästhesie wurde nun die Nekrose abgetragen.

Abb. 3, 4, 5, 6, 7: Die Nekrose ist entfernt und eine Wundhöhle von 7 mm Tiefe war entstanden. Die Wundränder waren teils wulstig und mit wenigen Resten von Bindegewebsnekrosen belegt. Der ambulante Status der Patientin und die nicht gewollte Blutung im Randbereich durch weiteres Abtragen der nekrotischen Anteile, liessen von einer eigentlich erforderlichen Radikalität des Debridements Abstand nehmen. Es folgte eine antiseptische Wundspülung. Zur Wundabdeckung und Fortführung des autolytischen Debridements wurde HydroClean gewählt. Die Wundauflage wurde mit einer Folie (Hydrofilm roll) fixiert. Zur Aufnahme evtl. austretenden Exsudats und zum Schutz der Kleidung und der Bettwäsche wurde darüber eine Saugkompresse (Zetuvit Plus) mittels einer haftenden Binde (DermaPlast CoFix) angelegt.

Resümee:

Unter Berücksichtigung einer ambulanten Versorgung mit oft grosszügigen Verbandwechselintervallen und etwas schleppenden Entscheidungsprozessen, konnte diese Wunde dennoch in einem überschaubaren Zeitraum ohne Komplikationen zur Abheilung gebracht werden. Anfangs festsitzende Fibrinbeläge liessen sich durch HydroClean autolytisch erweichen, ohne zu Mazerationen des Wundrandes und der Wundumgebung zu führen. Die mechanische Reinigung erfolgte bei den ersten beiden Verbandwechseln mit einem Debridement-Pad und dann nur noch durch Wischen mit einer Baumwollkompresse. Nachdem sich das Granulationsgewebe über den Wundgrund ausgedehnt hatte und kein festsitzender Fibrinbelag durch die Anwendung von HydroClean mehr bilden konnte, wurde dann auf Zetuvit plus Silicone gewechselt. Bei Erreichen des Granulationsgewebes auf Hautniveau wurde auf HydroTac umgestellt, um die Epithelisation zu fördern und eine Hypergranulation zu vermeiden. In der Schlussphase der Wundbehandlung ohne Exsudation wurde Atrauman Silicone über den verbleibenden kleinen Wundbezirk gelegt. So konnten die darüberliegenden Kompressen mit dem Wundgrund nicht verkleben und die Epithelisation abschliessen. Unter dieser Wundversorgungs- und Wundauflagenstrategie war eine rasche und komplikationslose Wundheilung zu erreichen.

Autoren:

Jan Forster Wundzentrum Bremen 
Cindy Hartleben New: Care GmbH N:aip Netzwerk Elbe-Weser 
Bernd von Hallern Facharztpraxis Rik v.d. Daele, Stade
 

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