Strategien für ein sicheres Exsudatmanagement

Teil 1: Definition & Bedeutung für die Wundheilung

Die Anforderungen an ein sicheres Exsudatmanagement, das die Wundheilung fördert und Lebensqualität Betroffener verbessert, sind hoch.
Wichtig sind deshalb fundiertes Basiswissen und praktisches Know-how, aber auch gute Kenntnisse der Materialien zum Exsudatmanagement. 
 

Definition von Wundexsudat

Zu den umgangssprachlicheren Bezeichnungen für Wundexsudat gehören „Wundwasser“ und „Wundflüssigkeit“ (WUWHS, 2007). Mit Bezugnahme auf ein erst jetzt neu veröffentlichtes Konsensusdokument wird Exsudat wie folgt definiert: „Abgesonderte Materie, insbesondere das aus Serum, Fibrin und weissen Blutkörperchen bestehende Material, welches in eine oberflächliche Läsion oder entzündliche Zone abgegeben wird“ [2]

Exsudatbildung und -zusammensetzung


Durch die Entzündungsprozesse im betroffenen Wundgebiet kommt es zur verstärkten Bildung von Wundexsudat, das aus dem Blut in das Interstitium (Raum zwischen Geweben und Zellen) abgeschieden wird. Es enthält die verschiedensten Bestandteile, die für den Prozess der Wundheilung essenziell sind, wie beispielsweise Wasser, Fibrin, Glucose, Immunzellen (z. B. Lymphozyten, Makrophagen, Thrombozyten), Proteine (z. B. Albumin, Fibrinogen, Globuline), Wachstumsfaktoren und Proteasen (proteinabbauende Enzyme), aber auch metabolische Abfallprodukte, Mikroorganismen und Wunddebris / abgestorbene Zellen [4,5,6,7,8].
 

Bedeutung von Wundexsudat für die Heilung

Bei Wunden, die natürlich die Stadien der Wundheilung durchlaufen, unterstützt Exsudat den Heilungsprozess durch folgende Mechanismen:

  • Gewährleistung eines feuchten Wundmilieus
  • Ermöglicht die Diffusion von Immunmediatoren und Wachstumsfaktoren über das Wundbett
  • Funktion als Medium für die Migration gewebereparierender Zellen über das Wundbett
  • Bereitstellung essenzieller Nährstoffe für den Zellstoffwechsel
  • Förderung der Separation toten oder geschädigten Gewebes (Autolyse) [9,10]

Auch eine ausreichende Menge Wundexsudat spielt bei der Wundheilung eine große Rolle. Denn: Wunden mit feuchtem Wundmilieu heilen schneller als Wunden, die austrocknen und verkrusten [11]. Es wurde festgestellt: Feuchte Wunden heilen nachweislich zwei- bis dreimal schneller als trockene [12].
 

Probleme durch übermässige Produktion von Wundexsudat [10,17,45]

  • Nässen und Flecken
  • Übler Geruch
  • Erhöhte Infektionsgefahr
  • Häufige Verbandwechsel
  • Beschwerden / Schmerzen
  • Proteinverlust und Flüssigkeits- /Elektrolytungleichgewicht
  • Schäden an der Haut um die Wunde herum, z.B. Mazeration und Erosionen
  • Wundausdehnung
  • Psychosoziale Auswirkungen

Auswirkungen von übermässiger bzw. unzureichender Exsudatproduktion

Wie die Box oben zeigt, kann übermässige Exsudatproduktion die verschiedensten Auswirkungen haben, die Patienten schwer belasten, aber auch für Pflegefachkräfte eine große Herausforderung sein. Besonders ist auf den signifikanten Proteinverlust durch eine starke Exsudatproduktion hinzuweisen. Beispielsweise schätzt man, dass ein Patient mit einem Dekubitus der Kategorie / des Stadiums IV (Gewebe- / Strukturverlust auf allen Ebenen) Protein in der Größenordnung von 90-100 g / Tag mit dem Exsudat verlieren kann [50]

Eine unzureichende Exsudatproduktion kann das autolytische Débridement, das nur im feuchten Wundmilieu ablaufen kann, verzögern und somit der Heilung im Weg stehen [10]. Zudem ist bei geringer Exsudatproduktion das Risiko gross, dass die Wundauflage mit der Wunde verklebt. Bei der Verbandabnahme kommt es dann zum „Zellstripping“ d.h. neugebildete Zellen werden mit dem Verband abgerissen, was für den Patienten sehr schmerzhaft ist.

Im nächsten Wund-Newsletter widmen wir uns beim Fokusthema «Exsudatmanagement» der Frage, welche Faktoren Einfluss auf die Exsudatproduktion haben.
 

 

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Die Lösung beim Exsudatmanagement:

Zetuvit® Plus Silicone Border 

Zu viel oder zu wenig Exsudat – beides stört die Wundheilung. Um möglichen Schwierigkeiten vorzubeugen, ist ein gutes Exsudatmanagement unabdingbar. Zetuvit® Plus Silicone Border ist die Lösung und einsetzbar bei akuten, chronischen Wunden und bei mässiger bis starker Exsudation.

Wirksam

  • Sehr hohe Absorptions- und Retentionskapazität bei Aufrechterhaltung eines optimalen Mikroklimas [52, 53]
  • Verhindert Austreten von Flüssigkeit und Mazeration [51, 52]

Patientenfreundlich

  • Keine Angst vor Geruch oder auslaufendem Exsudat [51, 52, 54]
  • Atraumatischer Verbandwechsel dank Silikon-Wundkontaktschicht [55]
  • Komfortable Polsterung und Schutz vor mechanischen Stössen durch die einzigartige Kombination aus Zellulose und Superabsorber [56]
     

Vielseitig

  • Einfach in der Auswahl, einfach in der Anwendung
  • Geeignet für eine grosse Bandbreite von akuten und chronischen Wunden
  • Einfache und anwenderfreundliche Applikation[57]

Literatur


Für die Beiträge „Strategien für ein sicheres Exsudatmanagement“ 
[1] Keith Harding in „Wound exudate - effective assessment and management“, London, 2019
[2] Merriam-Webster Dictionary (2018) Verfügbar unter: www.merriam-webster.com/dictionary/exudate
[3] HARTMANN WundForum 2/2017
[4] Trengove N, Langton SR, Stacey MC (1996) Biochemical analysis of wound fluid from nonhealing and healing chronic leg ulcers. Wound Rep Reg 4(2): 234–9
[5] White R, Cutting KF (2006) Modern exudate management: a review of wound treatments. World Wide Wounds. Verfügbar unter: www.worldwidewounds. com/2006/september/White/Modern-Exudate-Mgt.html
[6] Gibson D, Cullen B, Legerstee R et al. (2009) MMPs Made Easy. Wounds International 2 1(1). Verfügbar unter: www.woundsinternational.com
[7] McCarty SM, Percival SL (2013) Proteases and delayed wound healing. Adv Wound Care (New Rochelle) 2(8): 438–47
[8] Bernardi M, Ricci CS, Zaccherini G (2014) Role of human albumin in the management of complications of liver cirrhosis. J Clin Exp Hepatol 4(4): 302–11
[9] Cutting KF (2003) Wound exudate: composition and functions. Br J Community Nurs 8(9 Suppl): suppl 4–9
[10] World Union of Wound Healing Societies (2007) Principles of best practice: wound exudate and the role of dressings. A consensus document. London: MEP Ltd. Verfügbar unter: www.woundsinternational.com
[11] Winter GD (1962) Formation of the scab and the rate of epithelialization of superficial wounds in the skin of the young domestic pig. Nature 193: 293–4
[12] Swezey L (2014) Moist wound healing. Wound Educators. Verfügbar unter: woundeducators.com/wound-moisture-balance/
[13] Bates-Jensen BM, Ovington LG (2007) Management of exudate and infection. In: Sussman C, Bates-Jensen BM (eds). Wound Care, 3rd edition. Philadelphia: Wolters Kluwer: 215–33
[14] Gardner S (2012) Managing high exudate wounds – how to guide. Wound Essentials 7(1): S1-4
[15] International Best Practice Guidelines (2013) Wound Management in Diabetic Foot Ulcers. Wounds International. Verfügbar unter: www.woundsinternational.com
[16] Wounds UK (2018) Best Practice Statement: Improving holistic assessment of chronic wounds. London: Wounds UK. Verfügbar unter: www.wounds-uk.com
[17] Wounds UK (2013) Best Practice Statement. Effective exudate management. London: Wounds UK. Verfügbar unter: www.wounds-uk.com
[18] Dowsett C (2012) Management of wound exudate. Independent Nurse. Verfügbar unter: www.independentnurse.co.uk/clinical-article/management-of-woundexudate/63637/
[20] Iizaka S, Sanada H, Nakagami G et al. (2011) Quantitative estimation of exudate volume for full-thickness pressure ulcers: the ESTimation method. J Wound Care 20(10): 453–63
[21] Falanga V (2000) Classifications for wound bed preparation and stimulation of chronic wounds. Wound Rep Reg 8(5): 347–52
[22] Browning P, White RJ, Rowell T (2016) Comparative evaluation of the functional properties of superabsorbent dressings and their effect on exudate management. J Wound Care 25(8): 452–62
[23] Bates-Jensen BM, Schultz G, Ovington LG (2012) Management of exudate, biofilms, and infection. In: Wound Care, 4th edition. Philadelphia: Wolters Kluwer: 457–76.
[24] Cutting KF, White R (2002) Maceration of the skin and wound bed: its nature and causes. J Wound Care 11(7): 275–8
[25] Moore Z, Butcher G, Corbett LQ et al. (2014) Exploring the concept of a team approach to wound care: managing wounds as a team. J Wound Care (Suppl) 5b: S1–38
[27] Vowden P, Bond E, Meuleneire F (2015) Managing high viscosity exudate. Wounds UK 11(1): 56–60
[28] Eming S, Smola H, Hartmann B et al. (2008) The inhibition of matrix metalloproteinase activity in chronic wounds by a polyacrylate superabsorber. Biomaterials 29: 2932–40
[29] Sweeney IR, Miraftab M, Collyer G (2012) A critical review of modern and emerging absorbent dressings used to treat exuding wounds. Int Wound J 9: 601–12
[32] Orsted HL, Keast DH, Forest-Lalande L et al. (2017) Best Practice Recommendations for the Prevention and Management of Wounds. Ontario: Canadian Association of Wound Care. Verfügbar unter: www.woundscananda.ca
[33] Bianchi J (2012) Protecting the integrity of the periwound skin. Wound Essentials 1: 58–64
[34] Woo K, Beeckman D, Chakravarthy D (2017) Management of moisture-associated skin damage: a scoping review. Adv Skin Wound Care 30(11): 494–501
[35] Nix D (2016) Skin and wound inspection and assessment. In: Acute and Chronic Wounds: Current Management Concepts, 5th edition. Missouri: Elsevier: 109–23
[38] Gethin G, Grocott P, Probst S, Clarke E (2014) Current practice in the management of wound odour: an international survey. Int J Nurs Studies 51: 865–74
[40] Alexander S (2009) Malignant fungating wounds: managing malodour and exudate. J Wound Care 18(9): 364–82
[41] Thuleau A, Dugay J, Dacremont C (2018) Volatile organic compounds of malignant breast cancer wounds: identification and odors. Wounds Research. Epub vor Druck
[44] Blanchfield L (2018) Manual lymph drainage without compression therapy can reduce chronic oedema: a case study. J Lymphoedema 13(1): 34–6
[45] Dowsett C, Protz K, Drouard M, Harding KG (2015) Triangle of wound assessment made easy. Wounds International. Verfügbar unter: www.woundsinternational.com
[46] Rippon M, Davies P, White R (2012) Taking the trauma out of wound care: the importance of undisturbed healing. J Wound Care 21(8): 359–68
[47] McGuinness W, Vella E, Harrison D (2004) Influence of dressing changes on wound temperature. J Wound Care 13(9): 383–5
[48] Wounds International (2016) International Best Practice Statement: Optimising patient involvement in wound management. London: Wounds International. Verfügbar unter: www.woundsinternational.com
[49] Wounds International (2015) Simplifying venous leg ulcer management. Consensus recommendations. London: Wounds International. Verfügbar unter: www.woundsinternational.com
[50] Benbow M, Stevens J (2010) Exudate, infection and patient quality of life. Br J Nurs 19(20): S30–6
[51] World Union of Wound Healing Societies (WUWHS) (2019). Consensus Document. Wound exudate: effective assessment and management. Wounds International. 
[52] Data on file: 27. Z+SilBorder_benchmark. 
[53] Data on file: Dressing Heat and Water Vapor Report 20.07.2018. 
[54] Davies LO, Rippon MG and Westgate SJ (2017). Odour Sequestration Properties of Superabsorbent Dressings Perfectus Paper 2017: Poster presented at Wounds UK. Harrogate, UK. 
[55] Data on file: 27. Z+SilBorder_Add_Feat_adhesiveness assessment. 
[56] Data on file: 27. Z+SilBorder_Thickness.
[57] Data on fi le: Usability Test with n=30 2018.