Die kritische Rolle des Wundexsudats

 

Exsudat unterstützt den Heilungsprozess bei akuten und heilenden Wunden durch:1,6

  • Gewährleistung einer feuchten Wundumgebung
  • Wirkung als Medium für die Migration gewebereparierender Zellen
  • Ermöglichung der Diffusion von Immunmediatoren und Wachstumsfaktoren


Bei nicht heilenden und chronischen Wunden kann zu viel Exsudat jedoch zum Problem werden:

  • Verzögerung der Wundheilung durch überschüssige Feuchtigkeit
  • Austreten von Flüssigkeit und Beschädigung der wundumgebenden Haut
  • Folglich möglicherweise Schmerzen, Unwohlsein und Geruchsentwicklung mit negativen Auswirkungen auf die Lebensqualität der Patienten11

Daher ist ein geeignetes und wirksames Management von Wundexsudat entscheidend. 

  • Es verhindert Komplikationen durch Wundexsudat.
  • Es fördert die zeitnahe Wundheilung ohne Komplikationen.3
  • Es verbessert die Behandlungsergebnisse und unterstützt Patienten beim
  • Aufbau von Selbstvertrauen für eine Wiederaufnahme ihrer sozialen Kontakte.

Herausforderungen und Empfehlungen der WUWHS

Zusammengefasst im Konsensusdokument Wundexsudatmanagement

Das neueste WUWHS-Konsens-Dokument nennt speziell drei wichtige Aspekte für das effektive Management von Wundexsudat:3

  • Optimierung des Feuchtigkeitsgehalts des Wundbetts
  • Schutz der umgebenden Haut
  • Management der Symptome und Verbesserung des Zustands des Patienten

Webinar: Wundexsudat - Effiziente Beurteilung und Behandlung

Übersicht der Experten und ihre Themen:

Kapitel 1: Prof. Dr. Marco Romanelli 

  • WUWHS-Definition
  • Auswirkungen der Exsudatmenge auf den Patienten
  • Veränderung der Zusammensetzung des Exsudats auf den Patienten

 

 

Kapitel 2: Prof. Dr. Paul Chadwick

  • Lokales Management des Wundexsudats
  • Einsatz idealer Wundauflagen

Kapitel 3: Prof. Dr. Hans Smola

  • Rolle superabsorbierender Polymerverbände (SAP)
  • Bedeutung der Verbände für effektives Exsudatmanagement

Optimierung des Feuchtigkeitsgehalts des Wundbetts

Zu starke Exsudatproduktion:

• Führt häufig zu austretender Flüssigkeit, Verschmutzung und Geruchsentwicklung.
• Kann zu Beschädigung der wundumgebenden Haut und einer Vergrösserung der Wunde beitragen.
• Kann das gesellschaftliche Leben durch Ängste und Schamgefühl sowie aufgrund häufiger Verbandswechsel beeinträchtigen.

Die Optimierung des Feuchtigkeitsgehalts des Wundbetts beginnt mit der Beurteilung der Exsudatmenge. Das Konsens-Dokument der WUWHS von 2019 bevorzugt den Wundexsudat-Score nach Falanga. Er umfasst drei einfache Einstufungen9:

  1. Kein oder minimales Exsudat
  2. Mässige Menge
  3. Stark sezernierende Wunde

Wundauflagen spielen für das Management des Feuchtigkeitsgehalts des Wundbetts eine zentrale Rolle.3 Erstmals nennt das neueste WUWHS-Konsens-Dokument superabsorbierende Polymer-Wundauflagen (SAP-Wundauflagen) als für sowohl Stufe 2 als auch 3 des Wundexsudat-Scores nach Falanga geeignet.

SAP-Wundauflagen sind hocheffektiv: Sie können Flüssigkeit auch unter Kompression sicher einschliessen und bieten eine hohe Moisture Vapor Transmission Rate (MVTR). Ärzte schätzen SAP-Wundauflagen zunehmend, da sie ihnen bei der Behandlung chronischer und akuter Wunden viel Flexibilität bieten.3

Verhinderung einer Beschädigung der wundumgebenden Haut

Bei stark sezernierenden Wunden sind die Absorptions- und Retentionskapazität der Wundauflage besonders wichtig. Werden diese überschritten, kann dies insbesondere für die Wundumgebung schwerwiegende Folgen haben. Zu starke Exsudatproduktion bei nicht heilenden Wunden:

  • bedeutet höheren Gehalt entzündungsfördernder Moleküle
  • führt zu erhöhten Protease- (MMPs) und reduzierten Wachstumsfaktor-Spiegeln3

Studien zeigen, dass erhöhte Protease-Spiegel dazu führen, dass die Wunde mit 90-prozentiger Wahrscheinlichkeit nicht heilt.3

Ist die Haut diesen erhöhten Werten proteolytischer Enzyme länger ausgesetzt, kann es zu Mazeration und Hauterosion kommen. Mazeration ist ein Aufweichen der Haut durch längeren Kontakt mit Feuchtigkeit und proteolytischen Enzymen, was zu Hautschädigung führen kann.10

Bei geschädigter Haut sind Reizung und Entzündung wahrscheinlicher.16 Hierdurch kann sich die Wunde vergrössern, was für den Patienten Schmerzen und Unwohlsein bedeutet.10 Eine Studie ergab, dass 70 % der Patienten unter einer Beschädigung der wundumgebenden Haut litten, die als trockene Haut, Mazeration, Exkoriation oder Entzündung eingestuft wurde.17

Verbesserung der Lebensqualität der Patienten

Übermässige Exsudatproduktion kann schwerwiegende psychosoziale Auswirkungen auf die Patienten haben und ihre Lebensqualität beeinträchtigen.11 Patienten sind hiervon körperlich, mental und sozial betroffen:

  • Wundgeruch ist das am stärksten belastende und sozial isolierende wundbedingte Symptom, sagen Patienten und Pflegende.12
  • Das Wundbett oder die wundumgebende Haut können durch Verbandwechsel geschädigt werden.
  • Zudem können Verbandwechsel für Patienten sowohl im beruflichen Alltag als auch sozial belastend sein.
  • Die Angst, dass Flüssigkeit austreten oder ein Geruch bemerkbar sein könnte, kann zur Schamgefühl führen.

Patienten verlassen deswegen möglicherweise das Haus nicht mehr.1

68 % aller Patienten berichteten von negativen emotionalen Auswirkungen im Alltag mit Symptomen wie Wutgefühlen, Depression und sozialer Isolation.18

SAP-Wundauflagen können dazu beitragen, diese Probleme zu reduzieren:

  • Ihre hohe Absorptions- und Retentionskapazität trägt dazu bei, ein Austreten von Flüssigkeit zu verhindern, und bietet gleichzeitig eine komfortable Behandlungsoption.
  • Sie können Gerüche durch Absorption und Einschluss von Proteasen verhindern.

Folglich können SAP-Wundauflagen dazu beitragen, den Stress und die soziale Isolation von Patienten mit mässig bis stark sezernierenden Wunden zu reduzieren. So können Patienten das Selbstvertrauen erneut aufbauen, das sie für ein aktives soziales Leben benötigen.


Zetuvit® plus Silicone - die SAP-Wundauflage

Superstark und supersanft

Als benutzerfreundliche Wundauflage oder mehrstufige Lösung bieten SAP-Wundauflagen eine vielseitige Behandlungsmöglichkeit für mässig bis stark sezernierende Wunden, da sie3:

  • klinische Wirksamkeit mit hocheffektivem Exsudatmanagement bieten
  • durch die bequeme Fixierung potenziell Zeitaufwand und Kosten für die Behandlung reduzieren können
  • für den Patienten durch schonenden Verbandwechsel und hohen Tragekomfort bequem sind


Zetuvit® Plus Silicone und Zetuvit® Plus Silicone Border, die ersten atraumatische SAP-Wundauflagen von HARTMANN – dank Kombination hocheffektiven Exsudatmanagements mit einfacher und atraumatischer Wundversorgung.


Referenzen


1. World Union of Wound Healing Societies (2007) Principles of best practice: wound exudate and the role of dressings. A consensus document. London: MEP Ltd. Verfügbar unter: www.woundsinternational.com
2. Lloyd Jones M (2014) Exudate: friend or foe? Br J Community Nurs(Suppl): S18–23
3. World Union of Wound Healing Societies (WUWHS) (2019) Consensus Document. Wound exudate: effective assessment and management. WoundsInternational.London: MEP Ltd. Verfügbar unter: www.woundsinternational.com
4. Trengove N, Langton SR, Stacey MC (1996)Biochemical analysis of wound fluid from nonhealing and healing chronic leg ulcers. Wound Rep Reg 4(2): 234–9
5. White R, Cutting KF (2006)Modern exudate management: a review of wound treatments. World Wide Wounds. Verfügbar unter: www.worldwidewounds.com/2006/september/White/Modern-Exudate-Mgt.html
6. Cutting KF (2003)Wound exudate: composition and functions.Br J Community Nurs 8(9 Suppl): suppl 4–9
7. Gibson D, Cullen B, Legerstee R et al (2009)MMPs Made Easy. Wounds International 2 1(1).Verfügbar unter: www.woundsinternational.com
8. Moore Z, Strapp H (2015) Managing the problem of excess exudate. Br J Nurs 24(15): S12–7
9. Falanga V (2000)Classifications for wound bed preparation and stimulation of chronic wounds. Wound Rep Reg 8(5): 347–52
10. Voegeli D (2012)Moisture-associated skin damage: aetiology, prevention and treatment.Br J Nurs 21 (9): 517–21
11. Benbow M, Stevens J (2010)Exudate, infection and patient quality of life.Br J Nurs 19(20): S30–6
12. Gethin G, Grocott P, Probst S, Clarke E (2014) Current practice in the management of wound odour: an international survey.Int J Nurs Studies 51: 865–74
13. Chamanga E. Effectively managing wound exudate.Br J Community Nurs. 2015 Sep;Suppl Wound Care:S8, S10. doi: 10.12968/bjcn.2015.20.Sup9.S8.
14. Caley M et al. Metalloproteinases and Wound Healing. Adv Wound Care (New Rochelle). 2015 Apr 1; 4(4): 225–234. doi: 10.1089/wound.2014.0581
15. Dowsett C (2012) Management of wound exudate. Independent Nurse. Verfügbar unter: www.independentnurse.co.uk/clinical-article/management-of-wound-exudate/63637/
16. Wounds UK (2013) Best Practice Statement. Effective exudate management. London: Wounds UK. Verfügbar unter: www.wounds-uk.com
17. World Union of Wound Healing Societies (2016) Advances in wound care: the triangle of wound assessment. London: Wounds International. Verfügbar unter: www.woundsinternational.com
18. Swezey L (2014) Moist wound healing. Wound Educators. Verfügbar unter: woundeducators.com/wound-moisture-balance/