„Wie schaffst du das?“

Warum für Philipp Bosshard Resilienz eher Haltung als Technik ist.

Philipp Bosshards Geschichte berührt uns. Seine Wettkampftätigkeit als Triathlet und sein Engagement für die Wundheilung wecken Bewunderung. Bald schon kann er sich einen lang gehegten Wunsch erfüllen: der erste Wettkampfstart im Ausland. Was hat das alles mit Resilienz zu tun? Immer wieder wird er auf dieses Thema angesprochen. 

„Wahrscheinlich denken sich die Leute: Einer wie ich muss besonders viel von Resilienz verstehen. Deshalb werde ich oft auf dieses Thema angesprochen.“ Doch wer sich mit Philipp über Resilienz unterhält, bekommt keine Routine-Antworten. Denn für ihn geht es bei Resilienz weniger um Learnings und Ratschläge: „Ich bin kein Life-Coach – in bin Athlet und verstehe mich bestenfalls als Ideengeber. Für mich ist Resilienz eher eine Haltung als eine Technik.“  

Philipp Bosshard

Ein positives Mindset

Als der Brandunfall Philipps Leben schlagartig veränderte, war Resilienz kein Thema. „Für mich ging es erst einmal darum, ein Mindset zu finden, das mir meine Zukunft zurückgab. Von Resilienz hatte ich keine Ahnung.“ So nach und nach hat Philipp Gewohnheiten entwickelt, aus denen er gezielt Kräfte schöpft. Zum Beispiel: „Jeden Abend lasse ich beim Zubettgehen die schönsten Momente des Tages Revue passieren. Das allerschönste Erlebnis picke ich mir dann heraus, erlebe diese Situation noch einmal aus anderen Perspektiven und verinnerliche die Einzelheiten. Dadurch beschliesse ich auch mühsame und schlechte Tage immer mit einem positiven Mindset und einem Lächeln auf dem Gesicht. Das ist für mich ein sehr wichtiges Ritual.“ 

Die schönen Momente

Als Athlet ist Philipp gewohnt, genau auf seinen Körper zu hören: Nicht nur wenn es um Leistung, sondern ebenso, wenn es um sein mentales Wohlbefinden geht. Auch hier spielen für ihn „die schönen Momente“ eine wichtige Rolle: Bei einem Wettkampf nicht über die verpassten Sekunden grübeln, sondern sich an den schönen Momenten freuen. „Ich erinnere mich bewusst immer wieder an jene Momente, in denen alles super lief. Das gehört für mich zum Alltag, genau wie das Trainieren. Das gibt mir Power.“ Einer dieser „schönen Momente“ war auch der diesjährige Engadiner Sommerlauf (25.5 km, 334 Höhendifferenz). „Volle Laufdistanz. Und eine Zeit unter 2.5 Stunden! Deutlich unter der anvisierten Zielmarke! Toll, oder?“  

Interview mit Klaus Arendt vom deutschen Triathlon-Magazin Tritime (am Silser See)
Beim Swim-Run-Event in St. Moritz am 9. Juli 2022

Vom Ziel her denken

Doch der Positiv-Approach ist nicht immer so einfach, gerade wenn es anders läuft als geplant. „Aber wenn man vom Ziel her denkt und nicht von der aktuellen Befindlichkeit, geht’s besser.“ So war es auch im März dieses Jahres. Philipp hatte gerade mit seinem Saison-Aufbau begonnen. Die ersten Wettkampfdaten standen schon fest. Dann kam es beim Velo-Training zu einem Unfall. Ein Auto hatte ihm den Weg abgeschnitten. „Zurück ins Spital. Das weckte alte Erinnerungen. Aber zum Glück war meiner Haut praktisch nichts passiert. So wusste ich: Bald kannst du wieder trainieren. Ich bin dankbar, dass alles so glimpflich verlief.“  

Ich bin dankbar

Wenn Philipp über seinen Alltag spricht, kommt öfters das Wort Dankbarkeit vor. Auch das hat für ihn mit Resilienz zu tun: „Mir steht der Unfall ins Gesicht geschrieben. Sicherlich mag mein fröhliches, positives und selbstsicheres Auftreten fremde Menschen zunächst irritieren, es verändert aber die Situation schlagartig ins Positive. Das ist der Schlüssel für meinen Alltag. Und darüber bin ich jeden Abend sehr dankbar, dass ich mit meiner Situation gut umgehen kann, obwohl mich jeder Tag immer wieder aufs Neue herausfordert.“ 

Beim Training auf der Bahn in St. Moritz (mit Semira)
Hillreps Training im kühlen Wald mit Kühlweste
Beim Swim-Run-Event in St. Moritz am 9. Juli 2022

Neue Herausforderungen

Um den Alltag gut zu bestehen, sucht sich Philipp als Athlet besondere Herausforderungen. Dies gehört für ihn zu seinem Resilienz-Mindset. 2022 will er das Wettkampfjahr mit einer ganz besonderen Herausforderung abschliessen: der erste Start im Ausland! Philipp nimmt am 10. Oktober an der Challenge Almere in Amsterdam teil. Es wird sein erster Mitteldistanz-Triathlon (1.9 km Schwimmen – 90 km Rad– 21 km Laufen). „Ich freue mich riesig. Für mich wieder ein Schritt über Grenzen: Internationales Publikum, ungewohnte Umgebung, neue Wettkampfdistanz. Sicher eine Herausforderung, aber eine, die wiederum Power gibt.“

Die IVF HARTMANN wünscht Philipp viel Erfolg in Amsterdam!

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