Von der Intensivstation zum Ironman: Philipp Bosshard und sein Ziel.

 

Als Philipp Bosshard 2014 durch einen Arbeitsunfall 88 % seiner Körperhaut verlor, gab ihm die Statistik 10 % Überlebenschance. Heute bereitet er sich auf den Ironman Florida vor.

Philipp Bosshards Motto heisst: „Get back. Move on“. Doch trotz seiner erfolgreichen Genesung, sind regelmässige Checks und Besprechungen im Universitätsspital Zürich (USZ) nötig. Der Besuch im USZ, wo er zwölf Monate auf der Intensivstation lag, ist für ihn und seine Ärzte immer auch eine Standortbestimmung. Es geht dabei nicht nur um Philipps Lebensweg, sondern auch um modernste Möglichkeiten und Mittel der plastischen Chirurgie und der Wundheilung. 

Als Philipp vor etwas mehr als sechs Jahren mit schwersten Verbrennungen ins USZ eingeliefert wurde, war alles ungewiss. Man versuchte das Menschenmögliche – und noch etwas mehr. So war es auch für die Fachspezialisten oft ein "Learning by doing". Wenn Philipp heute das USZ betritt, dann auch mit einem Gefühl von Dankbarkeit: „Nicht ich habe es geschafft, sondern wir haben es geschafft. Es kommt nicht nur auf deinen Willen an, sondern auf alle, die sich für dich einsetzen. Ohne die Power und die Geduld meiner Pflegefachpersonen und Ärzte, meiner Freunde und meiner Familie wäre ich nicht da, wo ich heute bin.“ 

Das Ziel liegt immer vorne

Wenn Philipp nach vorne blickt, dann sieht er die Ziellinie des Ironman Florida. Bereits im letzten Jahr hat er Triathlon-Wettkämpfe absolviert. Sein gegenwärtiger Alltag ist ganz auf den Sport ausgerichtet. „Der Sport ist meine ganz eigene Therapie“, fasst der Ausdauerathlet seine Philosophie zusammen. Dabei geht es nicht nur um die Beweglichkeit der Fremdhaut, die ein Grossteil seiner Köperoberfläche bedeckt, sondern auch um das psychische Wohlbefinden. „Sport bringt mich unter die Menschen und gibt mir Kraft. Bewegung hilft mir, an das Leben vor meinem Unfall anzuknüpfen.“ 

Der Einstieg in den Spitzensport setzt für Philipp das fort, was er während seiner Genesung erfahren hat: „Ich habe zwar über 60 Operationen hinter mir. Aber durch meinen Schicksalsschlag habe ich auch viele wunderbare Menschen kennengelernt.“ Genau das hat sich nun wieder beim Training im Engadin ergeben: „ Ich habe die Möglichkeit, zusammen mit zahlreichen Spitzenathletinnen und –athleten  zu trainieren. Durch mein sportliches Engagement bin ich hier Teil einer Gemeinschaft von Gleichgesinnten geworden. Es sind diese tollen Begegnungen, die mich inspirieren und motivieren.“ 

Motivation als Antrieb

Wie wichtig Motivation im Heilungsprozess ist, hat Philipp selbst erfahren. Es ist ihm ein zentrales Anliegen, dies weiter zu geben. Ein erster Schritt in Richtung Botschafter und Motivator war sein Entschluss, Markenbotschafter für IVF HARTMANN zu werden. „Für mich war das HARTMANN Wundsymposium 2016 mein erster Auftritt in der Öffentlichkeit. Es brauchte sehr viel Mut. Denn mein Schicksal ist mir ins Gesicht geschrieben. Aber das Zusammentreffen mit Wundpflege-Spezialistinnen und -Spezialisten hat mir viel gebracht, denn sie wussten, wovon ich sprach.“  

Als Wettkampf-Athlet trägt Philipp Bosshard heute seine Botschaft dorthin, wo Leistung und Motivation das zentrale Thema sind. In Florida wird er im regulären Teilnehmerfeld starten, auch wenn er durch seine nicht atmungsaktive Fremdhaut in vielem eingeschränkt ist. „Get Back. Move on“ bedeutet für Philipp eben auch, über sich hinauszuwachsen.