Mai 2019  


Dr. Manfred Fankhauser über Cannabis bei Wundschmerzen


Dr. Manfred Fankhauser ist der Schweizer Cannabis-Experte der ersten Stunde. In den Medien oft als „Cannabis-Apotheker“ bezeichnet, haben er und sein Cannaplant-Team den Einsatz von Cannabinoiden in der Therapie propagiert und gefördert. Am 9. HARTMANN Wundsymposium wird Dr. Fankhauser aufzeigen warum. Sein Referat: „Cannabis bei Wundschmerzen – eine Therapieoption?“

 

 

 

 

"Hanf ist eine der wissenschaftlich am besten untersuchten Pflanzen weltweit."

Wer Dr. Manfred Fankhauser und sein Cannaplant-Team in der Bahnhofapotheke Langnau besucht, macht auch eine Reise in die Vergangenheit: Das unter Denkmalschutz stehende Haus stammt aus dem 19. Jahrhundert. Es wurde in derselben Zeit gebaut, als man in Europa die lindernden Möglichkeiten des Cannabis-krauts zu schätzen lernte. Seither haben die Cannabinoiden eine wechselhafte Karriere hinter sich. Dr. Manfred Fankhauser erklärt: „Im Gegensatz zum reaktiven Gebrauch von Cannabis („Kiffen“), geriet die medizinische Bedeutung der Pflanze nahezu in Vergessenheit. Dies änderte sich erst in den 1990er Jahren, als man im menschlichen Körper das Endocannabinoid-System mit entsprechenden Cannabinod-Rezeptoren entdeckte. Mit dieser Entdeckung erlangte man endlich Einblick in die Wirkungsweise des Hauptwirkstoffs Tetrahydrocannabinol (THC). Danach setzte ein eigentlicher Forschungsboom ein. Heute ist Hanf eine der wissenschaftlich am besten untersuchten Pflanzen weltweit.“
 

"Die Anwendungsgebiete für Cannabispräparate sind äusserst vielseitig."

Im Zuge dieses Forschungsbooms hatte sich auch Dr. Fankhauser für die Cannabispflanze zu interessieren begonnen. Seit seiner Doktorarbeit mit dem Titel „Haschisch als Medikament“, setzt er sich für die Verwendung von Cannabis in der Schmerztherapie ein und produziert in seiner Apotheke eigene Cannabispräparate. Gleichzeitig leisten Dr. Fankhauser und sein Team landesweit Aufklärungs- und Informationsarbeit. „Die Anwendungsgebiete für Cannabispräparate sind äusserst vielseitig. Mit der Revision des Schweizer Betäubungsmittelgesetzes im Jahr 2011 können wir diese Vielseitigkeit intensiver nutzen. Seit Dezember 2018 dürfen auch CBD-haltige Magistralrezepturen gegen ärztliches Rezept von der Apotheke hergestellt und abgegeben werden. Deshalb auch der stetige Informationsbedarf in Sachen Cannabis.“
 

"Fragen zu Dosierungen, Interaktionen und Nebenwirkungen werden wichtig."

Dr. Fankhauser sieht den Einsatz von Cannabinoiden in der Therapie von verschiedenen Erkrankungen wie Schmerzen und Spastik „zweifelsohne als eine Bereicherung.“ Diese Meinung wird von immer mehr Ärzten geteilt. So stellt Dr. Fankhauser fest, dass das Interesse und das Know-how der Ärzteschaft in den letzten Jahren massiv gestiegen sind. Doch auch die Herausforderungen für die Apotheken sind gewachsen: „Cannabis-Patienten sind meist schwerkranke Patienten. Der Beratungs- und Betreuungsaufwand ist in der Regel gross. Fragen zu Dosierungen, Interaktionen und Nebenwirkungen werden wichtig. Die Anwendung von Cannabis verlangt deshalb eine eingehende fachliche Auseinandersetzung.“

Erleben Sie Dr. Fankhauser am 9. HARTMANN Wundsymposium und erfahren Sie dabei, wie Cannabis bei Wundschmerzen wirkungsvoll eingesetzt werden kann.