Weltklasse-Begegnungen. 
Philipp Bosshard über seinen besten Sommer  

Philipp Bosshard wollte sich diesen Sommer im Engadin auf sein grosses Ziel vorbereiten: Ironman Florida 2020. Daraus wird nichts. Doch wichtiger als die Trainingskilometer waren die Menschen, mit denen er trainiert hat. Sie haben sein Leben verändert.   

 

 

„Es geht um Fortschritt, nicht um Rückschau.“ 

Schon fiel im Silvaplana der erste Schnee. Vorbei der herrliche Engadiner Sommer: „Es war eine wunderbare Zeit“, zieht Philipp Bosshard Bilanz. „Ich bin hier oben nicht nur schneller und besser geworden, ich bin auch ein anderer geworden. Das hat auch viel mit den neuen Bekanntschaften zu tun, die ich gemacht habe. Denn bei den Athleten, mit denen ich hier oben trainiere, ist mein Aussehen und meine Vorgeschichte eigentlich kein Thema. Ich bin in erster Linie Athlet – und nicht der Philipp mit seiner Verbrennungs-Vergangenheit.“  

Was  Philipps Engadiner Sommer so besonders gemacht hat, waren nicht nur die Trainingskilometer vor der grossartigen Bergkulisse. Es waren vor allem auch die Begegnungen mit den zahlreichen Spitzenathleten, die sich in Silvaplana auf ihre Wettkämpfe vorbereiten. „Wenn du hier trainierst, geht es nicht um dein Aussehen, sondern um deine Leistung. Es geht um Fortschritt,  nicht um Rückschau.“   

 

 

„Wenn der Körper lernt, lernst du mit.“ 

Regelmässige Physiotherapie, Checks im USZ sowie ständige Überprüfung und Optimierung der Transplantate gehören nach wie vor zu Philipps Alltag. Das wird auch so bleiben. Doch durch den Fokus auf die sportliche Zukunft hat seine Patientengeschichte einen anderen Stellenwert bekommen. „Dieser Sommer hat mir Schub gegeben. Gerade auch weil ich viel lernen konnte: Neue Bewegungsabläufe beim Schwimmen, das Einteilen der Kräfte über lange Distanzen, das Reagieren bei Erschöpfung... und wenn der Körper lernt, lernst du mit. Du und dein Körper werden eins. Es ist nicht: Da ist dein versehrter, behinderter Körper und da bist du. Sondern: That’s me.“     

 

 

„Erlebnisse, die einfach gut tun.“   

„Durch den Ausfall vieler Triathlon-Wettkämpfe waren den ganzen Sommer über viele Weltklasseathleten in Silvaplana. So konnte ich oft zusammen mit ihnen trainieren. Das gab sehr viel Power. Das sind Erlebnisse, die einfach gut tun.“ Was die Athleten- Community im Engadin verbindet, ist mehr als die Infrastruktur und die besonderen alpinen Trainingsbedingungen. Es ist der Spirit. „Wer hier oben trainiert, der meint es ernst. Das hat nichts mit Verbissenheit zu tun. Es ist eine Haltung: Jeden Tag raus zu gehen und zu sagen: Du entscheidest über deinen Erfolg. Du setzt die Ziele - nicht dein Trainer und dein Coach.“ 

Als Philipp 2017/18 nach seiner langwierigen Rehabilitation mit dem Triathlon-Training begann, war das ein Experiment mit offenem Ausgang: Wie würde sein Körper reagieren? Wie würde er mit den Einschränkungen des Narbengewebes zurecht kommen? Wie viel Leistung war noch möglich?  Nach diesem beglückenden Engadiner Sommer stellen sich diese Fragen nicht mehr. „Als Athlet habe ich nicht nur gelernt, mit Belastungssituationen umzugehen. Ich habe auch gelernt, daraus Kraft zu schöpfen.“ 

 

Hier erfahren Sie mehr über Philipp : https://www.philippbosshard.ch/

 

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