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Optimal platzierte Erste-Hilfe-Koffer und Sanitätszimmer sind Betrieben vorbehalten, die Mitarbeitende im Firmengebäude beschäftigen. Was aber, wenn die Mitarbeitenden generell oder teilweise draussen im Gelände arbeiten?
Landwirtschaft, Forst, Bau, Müllabfuhr, Gärtnerbetriebe, Unterhalt – es gibt eine Menge Jobs, die draussen stattfinden und nicht gerade ungefährlich sind. Auch für diese Mitarbeitenden werden. Das funktioniert aber häufig nicht ganz so einfach wie in einem Bürogebäude oder einer Produktionshalle.
Die erste Herausforderung ist der Job an sich. Wer bei unterschiedlichen Witterungen von Hitze bis Kälte und von Trockenheit bis Niederschlag körperlich arbeitet, ist unterschiedlichen Gefahren ausgesetzt: von umstürzenden Bäumen über unebenen Untergrund bis zu anspruchsvollen Geräten und Maschinen. Wer sich um die Erste Hilfe dieser Mitarbeitenden kümmern will, muss eine gute Risikoanalyse machen und letztlich auch das Thema Gesundheitsmanagement einfliessen lassen. Die beste Ausrüstung und die beste Vorbereitung nützen nämlich wenig, wenn Mitarbeitende in der Hitze zu wenig trinken und in einer gefährlichen Umgebung in Ohnmacht fallen.
Im Gelände können Ersthelfer:innen nicht immer innert Sekunden zur Hilfe eilen. Mitarbeitende, die in einen Liftschacht stürzen oder in unwegsamem Gelände verunfallen, müssen allenfalls länger warten, bis Hilfe eintrifft. Wie Ersthelfer:innen in welchem Fall zu Verunfallten gelangen, ohne die eigene Sicherheit aufs Spiel zu setzen, muss geplant und vor allem auch regelmässig geübt werden. Das bietet eine klassische für Betriebssanitäter:innen selten. Sprechen Sie unbedingt mit Ihrem Schulungspartner, damit solche Szenarien zusätzlich geschult werden können – allenfalls auch mit solchen, die spezifische Kurse zur Rettung in der Höhe oder ähnliches anbieten.
Die dritte Herausforderung bietet die Ausrüstung. Einen sperrigen und schweren Erste-Hilfe-Koffer durch unwegsames Gelände oder in einen engen Schacht zu hieven, kann mühsam bis unmöglich sein. Drei wesentliche Fragen gilt es zu klären:
Wenn im Wald ein Baum umfällt, aber niemand ist da und hört es, macht er dann trotzdem Geräusche?
Über diese philosophische Frage gibt es ganze Abhandlungen. Klar ist: wenn im Wald ein Mitarbeitender umgefallen ist dann ist er tatsächlich umgefallen. Aber nur wenn jemand das hört oder sieht, kann man ihnen helfen.
Je nach Arbeitseinsatz gibt es klare Richtlinien, ob Mitarbeitende überhaupt alleine arbeiten dürfen. Selbst wenn sie das nicht dürfen – es könnte auch sein, dass beide Mitarbeitende gleichzeitig verunfallen. Was tun? Es gibt Totmannsteuerungen, alarmauslösende Apps oder Smartphones, die auf einen Sturz reagieren und den Notruf wählen. Je nach Einsatzort empfehlen sich unterschiedliche Lösungen zur Alarmierung. Und es kann sich lohnen, bei Arbeitsbeginn die Koordinaten des Arbeitsplatzes zu notieren, damit der Einsatzort im Notfall rascher gefunden werden kann.

Ob eine Verletzung mit einem wärmenden Gel oder einem kühlenden Spray behandelt werden muss, hängt ganz davon ab, was passiert ist. Ein paar einfache Regeln können bei der Entscheidung helfen.

Sich einen Notfallrucksack für die Betriebsapotheke anzuschaffen, lohnt sich. Denn er ermöglicht – im Vergleich zum klassischen Erste-Hilfe Koffer – schnelleres und effizienteres Handeln.

In den letzten Jahrzehnten haben sich rund um die Wiederbelebung neue Erkenntnisse durchgesetzt. Was heute gilt und weshalb die Herzdruckmassage wichtiger als die Beatmung ist, erfahren Sie in unserem neuen Blog-Artikel.

Bei medizinischen Notfällen muss der Arbeitgeber schnell und qualifiziert Hilfe leisten können. Das nötige Know-how und eine gut ausgerüstete Betriebsapotheke sind dabei entscheidend.