Blutende Wunde wird verbunden

Blutungen stillen: Keine Zeit verlieren!

Grosse offene Wunden können schon innert kürzester Zeit zum Tod durch Verbluten führen. Eine Versorgung von Verletzten, die einfach und von jedem anwendbar ist, kann in entscheidenden Minuten Leben retten.

Auch kleine Verletzungen hören manchmal einfach nicht auf zu bluten – ganz besonders dann, wenn Patienten Blutverdünner (Gerinnungshemmer) zu sich nehmen oder wenn es sich um Bluter handelt. Es gibt einige «Hausmittel», wie eine solche leichte Verletzung gestoppt werden kann. In Grossmutters Hausapotheke waren zum Beispiel Cayennepfeffer, Zucker, weisser Essig, Spinnennetze oder kühles Wasser. Sie alle sorgen primär dafür, dass Blut gerinnt oder die Wunde desinfiziert und versiegelt wird. Sie alle sind aber wenig zeitgemäss und nicht optimal.

Eigentlich sollte bei alltäglichen Verletzungen schon ein Stückchen Mullbinde oder ein Pflaster ausreichen, und man sollte die betroffene Körperstelle in die Höhe strecken und die Wunde desinfizieren. Hört die Blutung aber nicht auf, klafft die Wunde auseinander und ist sie tiefer als 0,5 Zentimeter oder länger als zwei bis drei Zentimeter, sollte man die Blutung durch Druck stoppen – beispielsweise mit einem Druckverband – und einen Arzt aufsuchen.

Grössere Verletzungen

Bei grösseren Verletzungen sollte sich die betroffene Person hinlegen, damit sie sich nicht verletzt, falls sie das Bewusstsein verlieren sollte. Bei grösserem Blutverlust und einem Schock oder auch beim Anblick von Blut kann das nämlich schon mal geschehen. Die verletzte Körperstelle höher zu lagern (über Herzhöhe) hilft, dass die Blutung nachlässt. Es gilt nun, die Atmung und den Kreislauf sowie die Körpertemperatur der Betroffenen zu beobachten und unbedingt medizinische Hilfe beizuziehen. Ein Schock muss mit allen Mitteln verhindert werden. Lebensrettend ist das Stillen der Blutung, nicht deren Reinigung. Das geht am besten durch ständigen Druck auf die Wunde, bis die Blutung stoppt. Natürlich sollte dieser Druck den Blutfluss nicht komplett abdrücken. Ein Druckverband kann hier gute Dienste leisten, bis medizinisches Fachpersonal übernehmen kann. Eine saugfähige Kompresse darunter, die nicht mit der Wunde verklebt, kann Wundsekret und Blut aufsaugen.

Schwere Verletzungen mit lebensbedrohlichen Blutungen

Eine lebensbedrohliche Blutung nach Traumaverletzungen ist die häufigste prähospital vermeidbare Todesursache: Rund zwei Drittel der vermeidbaren Todesfälle im Rettungsdienst gehen auf das Konto von Blutungen. Viele Verletzte sterben aufgrund des hohen Blutverlustes, bevor sie überhaupt ein Krankenhaus erreichen. Das Stillen einer Blutung hat deshalb oberste Priorität.

Unfälle mit solchen Wunden und starken Blutungen können natürlich überall geschehen – nicht nur bei Explosionen, Anschlägen oder Katastrophen, sondern auch bei Betriebsunfällen oder in der Freizeit, auf Wanderungen, bei Velotouren oder beim Skifahren. Die Liste liesse sich beliebig verlängern. Ein Druckverband kann hier schnelle Hilfe leisten. Lebensbedrohlich blutende Wunden oder abgetrennte Gliedmassen lassen sich mit einem Tourniquet abbinden. Wenn möglich, sollten zum Schutz der Opfer und der Helfer Untersuchungshandschuhe getragen werden.

Tourniquet, Druckverband und Untersuchungshandschuhe sind deshalb auch die Bestandteile der Trauma-Box, einer Entwicklung der IVF HARTMANN AG und der Deutschen Traumastiftung. Die Trauma-Box ist mit ihren auffälligen Farben gut sichtbar und gewährleistet an Bahnhöfen, in Stadien oder an stark frequentierten Orten im Unternehmen sofortiges Handeln in Notfällen. Die Trauma-Box gibt es als Spender oder als Beutel, der auch ins Rettungsfahrzeug, ins Sanitätszimmer oder in die Betriebsapotheke passt und hilft, lebensbedrohliche Blutungen schnell zu stillen, bis medizinisches Fachpersonal eintrifft.


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