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Für den Triathleten Philipp Bosshard geht es bei Wettkämpfen nicht nur um Leistung. Ebenso wichtig sind die Begegnungen und Gespräche vor und nach dem Event. So war es auch bei der DATEV Challenge Roth 2024, dem härtesten Race, das Philipp in seiner Athletenkarriere bisher bestritt.

„Du bist nie alleine – auch wenn es sich auf den 226 Wettkampf-Kilometern manchmal so anfühlt. Das habe ich bei der DATEV Challenge Roth 2024 ganz besonders intensiv erfahren.“ Als Philipp sich am 7. Juli dieses Jahres in der Morgendämmerung für den Start bereit machte, wusste er: Die nächsten 12 Stunden werden sehr hart. Aber er wusste auch, dass er viel mehr mit nach Hause nehmen würde, als ein tolles Resultat. „So viel Unterstützung, Interesse und Begeisterung über das, was ich mache, habe ich an einem Wettkampf noch kaum erfahren.“
Wettkämpfe beginnen für Athleten meist lange vor der Startline: Anreise, Unterkunft, Strecken-Reko, Logistik, Wetterprognose, Ernährung ... alle diese Faktoren spielen eine Rolle. Für Philipp aber sind sie besonders wichtig. Das hatten die Veranstalter des Mega-Events bestens verstanden. „An diesem Weltklasse-Wettkampf starten über 3 500 Triathleten, aber ich wurde betreut, als ob ich der Wichtigste wäre. Spezielle Unterkunft, tiefe Startnummer, Ausnahmebewilligung für meine Coach Semira... da war so viel Goodwill und auch Herzlichkeit zu spüren. Das war unglaublich schön.“
Auch die lokale Presse war dabei und widmete Philipp im Vorfeld des Wettkampfes einen grossen Artikel. So erfuhren viele Leute von Philipps Geschichte, bevor sie ihn dann beim Wettkampf sahen.
Auch das Wetter schien an diesem Wettkampf ganz auf Philipps Seite. Es war ein eher kühler, regnerischer Morgen und die Sonne versteckte sich hinter dicken Wolken. Also kaum Überhitzungsgefahr. Die erste Etappe – 3,8 km Schwimmen im Main-Donau-Kanal, verlief vielversprechend. Also rauf aufs Bike und auf die 180-km-Radstrecke! Doch entgegen allen Erwartungen sank die Temperatur weiter. „Ab Kilometer 35 fühlte ich die Kälte. Die Narbenhaut, die mein Körper überzieht, ist viel zu dünn, um isolieren zu können. Ich begann zu zittern und hatte den Lenker kaum mehr im Griff. Das hatte ich so noch nie erlebt.“ Einfach absteigen und aufgeben? Nach all den Trainings und den Vorbereitungen? „Bei Kilometer 90 stand mein Coach Semira und reichte mir eine Jacke. Ich musste weinen vor Dankbarkeit. Während der zweiten Runde wärmte sich mein Körper wieder etwas auf. Aber die Unterkühlung war an die Substanz gegangen.“

Kein Langdistanz-Triathlon ist wie der andere. Auch das gilt für Philipp in besonderem Mass. Für seine Narbenhaut sind Wärme wie Kälte eine harte Herausforderung. „Für mich ist jeder Wettkampf auch ein Lernprozess, mit meinem Körper umzugehen. Beim Wettkampf in Roth habe ich das einmal mehr auf extreme Art erfahren.“ Nach 12 Stunden und 9 Minuten wurde Philipp im Ziel von Arena-Speaker begrüsst: „Ein extra grosser Applaus für Philipp! Was für eine Leistung!“ Philipps Fazit „Einer der schönsten, emotionalsten und verrücktesten Tage meines Lebens – und dazu haben alle beigetragen: mein Coach, das Publikum und alle Freunde, die nach Roth gekommen sind, um mich auf vielfache Weise zu unterstützen.“
Philipps Wettkampfsaison 2024 ist mehr als gelungen: „Ich konnte in allen Disziplinen nochmals zulegen. Ich habe noch mehr Vertrauen in meinen Körper und seine Möglichkeiten gewonnen.“ Aber auch punkto Vorträgen und Präsentationen hat sich viel getan. „Hier schliesst sich der Kreis: Was ich an Wettkämpfen erlebe, interessiert das Publikum. Aus diesen Begegnungen und Gesprächen schöpfe ich Kraft und Motivation für meine Wettkämpfe.“

PS „Der Bündner Fotograf Filip Zuan hat mich während des Wettkampfs in Roth begleitet. So sind die folgenden Bilder entstanden. Intensiver kann man das alles nicht festhalten!“
Datev Challenge Roth