
Keimverschleppung durch Berufskleidung im Gesundheitswesen
Die Wahl der Berufskleidung spielt im medizinischen Alltag eine entscheidende Rolle – insbesondere im Hinblick auf die Prävention von Infektionen.

Pflegekräfte stärken, Leben retten
Anlässlich des Geburtstags von Florence Nightingale, der Pionierin der modernen Pflege, wird am 12. Mai der International Nurses Day (auf deutsch: Internationale Tag der Pflegenden) gefeiert1. Auch wir von HARTMANN nehmen diesen Tag zum Anlass, die wertvolle Arbeit von Pflegefachpersonen sichtbar zu machen. Wir möchten das Bewusstsein für ihre zentrale Rolle im Gesundheitswesen zu stärken, da Pflegekräfte tagtäglich einen wesentlichen Beitrag zur Versorgung leisten - sowohl im stationären Bereich als auch in der Spitex.
Der Internationale Tag der Pflegenden steht 2026 unter dem Motto „Our Nurses. Our Future. Empowered Nurses Save Lives“ (sinngemäss: „Unsere Pflegekräfte sind unsere Zukunft. Gestärkte Pflegekräfte retten Leben“) und wird jährlich vom International Council of Nurses (ICN) organisiert.
Seit Florence Nightingale 1860 die erste Krankenpflegeschule gründete, hat sich die Pflege kontinuierlich weiterentwickelt. Während ihrer Arbeit mit verwundeten Soldaten hatte Nightingale festgestellt, dass mehr Menschen den Wundinfektionen als an ihren eigentlichen Verletzungen starben. Ihre daraus abgeleiteten Hygienemassnahmen wie regelmässiges Händewaschen und konsequentes Lüften waren für die damalige Zeit revolutionär und retteten zahlreiche Leben2.
Heute ist die Pflege ein hochprofessionelles und zunehmend spezialisiertes Berufsfeld. In der Schweiz zeigt sich dies unter anderem in der starken Rolle der Bildung, der interprofessionellen Zusammenarbeit und dem zunehmenden Einsatz digitaler Lösungen im Pflegealltag. Gleichzeitig steht das Gesundheitswesen vor grossen Herausforderungen: Der demografische Wandel, ein steigender Pflegebedarf sowie der Fachkräftemangel erhöhen den Druck auf Pflegeeinrichtungen. Umso wichtiger sind nachhaltige Massnahmen zur Stärkung des Berufs – von besseren Arbeitsbedingungen bis hin zu gezielter Förderung und Anerkennung der Pflegefachpersonen3.

Um nosokomiale Infektionen zu vermeiden, ist Hygiene nach wie vor zentraler Bestandteil der Pflegepraxis. Dabei geht die Händehygiene heute weit über das von Nightingale postulierte Händewaschen hinaus. Durch die korrekte Durchführung der Händedesinfektion zum richtigen Zeitpunkt können viele Infektionen effektiv verhindert werden. Eine fragebogenbasierte Studie zeigt zudem, dass nosokomiale Infektionen mit einem erheblichen zusätzlichen Zeitaufwand für Pflegekräfte verbunden sind4. Konsequente Hygienemassnahmen leisten somit nicht nur einen wichtigen Beitrag zur Patientensicherheit, sondern können auch zu einer Entlastung im Pflegealltag beitragen, indem vermeidbare Mehrarbeit reduziert wird.
Doch nicht nur die Hände spielen eine Rolle: Auch Berufskleidung kann zur Übertragung von Keimen beitragen. Eine US-amerikanische Studie zeigt, dass etwa ein Drittel der Kleidung von Pflegekräften kontaminiert sein kann – insbesondere nach Tätigkeiten wie der Körperpflege von Patient:innen oder der Wundversorgung5.
Um Pflegefachpersonen nachhaltig zu stärken, sind praxisnahe und kontinuierliche Schulungsangebote zur Infektionsprävention und ‑kontrolle, die neben der Händehygiene auch die Flächenhygiene umfassen, essenziell.
Studien zeigen, dass bereits einfache Trainingsmassnahmen mit Nachbereitung die Händehygiene-Compliance (HHC) signifikant verbessern können6. Langzeituntersuchungen belegen zudem, dass regelmässige Schulungen und Feedback die HHC über mehrere Jahre hinweg weiter steigern können - bei Pflegekräften stieg diese im Verlauf von fünf Jahren von 86 % auf über 96 %7. Eine Befragung von Pflegekräften unterstreicht ausserdem, dass hohe Hygiene-Compliance häufig aus intrinsischer Motivation entsteht – insbesondere durch das Bewusstsein für Eigen- und Fremdschutz8.
In unserem finden Sie zahlreiche Webinare und Präsenzveranstaltungen, die speziell auf Fachpersonen im Pflegebereich ausgerichtet sind.
Eines steht fest: Pflegekräfte sind eine der wichtigsten Stützen unserer Gesellschaft. Angesichts der sich zuspitzenden Herausforderungen braucht es nicht nur Worte, sondern vor allem bessere Arbeitsbedingungen, faire Bezahlung und echte Wertschätzung.

Die Wahl der Berufskleidung spielt im medizinischen Alltag eine entscheidende Rolle – insbesondere im Hinblick auf die Prävention von Infektionen.
